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Qualität

Trinkwasser aus deutschen Wasserwerken hat eine gute bis sehr gute Qualität. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht über die Qualität des Trinkwassers für den Zeitraum 2008 bis 2010, den das Bundesgesundheitsministerium und das Umweltbundesamt Ende Dezember 2011 vorgelegt haben. Demnach halten die Anlagen zu mehr als 99 Prozent die Grenzwerte bei den meisten mikrobiologischen und chemischen Qualitätsparametern ein. Dieses Ergebnis verwundert nicht, denn Gesundheitsämter überprüfen regelmäßig, ob die strengen gesetzlichen Qualitätsvorgaben tatsächlich eingehalten werden. Und die Wasserversorger gehen noch einen Schritt weiter und prüfen freiwillig in eigenen Laboren laufend die Qualität ihres Produktes. Doch deren Qualitätskontrolle endet am Wasserzähler im Haus. Was viele Verbraucher nicht wissen:

Für den Zustand der Wasserleitung im Haus ist nicht der Wasserversorger verantwortlich, sondern jeder Hauseigentümer selbst.

Wie gut das Trinkwasser letztlich aus der Leitung fließt, hängt aber auch von den Hausleitungen ab. Und ob diese das Trinkwasser in der gelieferten Qualität an den Entnahmestellen in deutschen Haushalten abgeben, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Grundsätzliche Erkenntnisse hierzu fehlen, da eine generelle Pflicht für Hauseigentümer, regelmäßige Qualitätstests vorzunehmen, nicht besteht und demzufolge auch nicht erfolgen.

Ungeachtet dessen geht offensichtlich eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland davon aus, dass aus ihren Leitungen sauberes Wasser fließt. Das belegte jedenfalls eine allerdings nicht repräsentative Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2008. Denn anders ist nicht zu erklären, dass 72 Prozent der Befragten einräumten, dass sie noch nie eine Analyse ihres Trinkwassers haben durchführen lassen und dies auch nicht zu beabsichtigen tun. Auf der anderen Seite ergaben sich in 17 Prozent der beauftragten Qualitätsprüfungen Beanstandungsgründe.

Allerdings sinkt das Vertrauen in Leitungswasser mit dem Verlassen des eigenen Landes deutlich. Das zeigt eine GfK-Studie von 2014 , die die Initiative Blue Responsibility beauftragt hat. Demnach genießen neun von zehn Deutschen im eigenen Land Leitungswasser, schon im Nachbarland Österreich geht die Bereitschaft  zum Trinken aus dem Wasserhahn auf 66,6 Prozent zurück. Fast ein Viertel der 500 Befragten trinkt in der Alpenrepublik niemals Leitungswasser, Südeuropa schneidet im Vertrauensranking noch schlechter ab: In Frankreich trinken rund 35 Prozent der Deutschen "Krahnenburger", in Italien knapp jeder Vierte (24,2 %) und in Spanien nur noch jeder Siebte (15,2 %).

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